Kürbiskernöl

Mit Fleiß und Leidenschaft zu einzigartigem Geschmack

Unser steirisches Kürbiskernöl g.g.A. wird aus selbst angebauten Kürbiskernen bzw. aus Kürbiskernen von befreundeten Bauern aus der Region gewonnen. Durch das wöchentliche Pressen des Kernöls in der historischen Aibler Ölpresse gelingt es uns, ständige Frische und somit auch ein stets volles und nussiges Aroma zu bieten. Viele Jahre nehmen wir schon an der Landesprämierung für Steirisches Kürbiskernöl g.g.A. teil. Auch im Jahr 2021 konnten wir wieder mit unserem Kürbiskernöl überzeugen und erhielten die goldene Plakette „Prämierter Steirischer Kernölbetrieb 2021“ als Auszeichnung für unsere Bemühungen.

Nicht nur wir, sondern auch viele Kunden aus dem In- und Ausland, schätzen und genießen die Qualität unseres Kürbiskernöls. Als Direktvermarkter kümmern wir uns persönlich um den Verkauf, die Lieferung oder den Versand an all unsere Kunden – somit bleiben unnötige Transportwege erspart und der Kontakt von Bauer/Bäuerin zu Konsument/in erhalten.

Gesund, gesünder, Kürbiskernöl

Abgesehen vom guten Geschmack kann Kürbiskernöl auch durch seinen gesundheitlichen Aspekt überzeugen. Die enthaltenen Vitamine A, B1, B2, D, C und E sind allesamt Teil wichtiger Körperfunktionen. Außerdem erreicht das sogenannte „grüne Gold“ einen Anteil von 46% an mehrfach ungesättigten und 36% an einfach ungesättigten Fettsäuren, welche eine Senkung von LDL-Cholesterin und Triglyzeriden bewirken. Eine Studie der Technischen Universität Graz hat gezeigt, dass Kürbiskernöl unter allen untersuchten Speiseölen die höchste Antioxidanskraft (=Schutzwirkung) hat. Als Fänger von freien Radikalen stärken und schützen Antioxidantien das Immunsystem und die Zellen und beugen Herz- und Kreislauferkrankungen vor. Im Steirischen Kürbiskernöl g.g.A. konnte wegen der traditionellen Herstellung ein besonders hoher Wert an wasserlöslichen und fettlöslichen Antioxidantien festgestellt werden. Zudem punktet das Kürbiskernöl noch mit zahlreichen Mineralstoffen und Spurenelementen wie Magnesium, Kalium, Calcium, Phosphor, Kupfer, Selen, Zink und Mangan.

TIPP: Am besten genießen Sie unser Kürbiskernöl unerhitzt, damit der Geschmack und wertvolle Inhaltsstoffe nicht verloren gehen!

Die Geschichte des Kürbisses

Der Kürbis zählt zu den ältesten Nutz- und Kulturpflanzen der Welt und wird zum Erstaunen vieler sogar schon um einiges länger als Mais und Bohnen genutzt. Archäologische Funde zeigen, dass es Kürbisse bereits vor etwa 12.000 Jahren in Peru, vor 9.000 Jahren in Mexiko und vor 5.000 Jahren in Ägypten gegeben hat. Ursprungsgebiet des Flaschenkürbisses ist jedoch Zentralafrika. Durch die Meeresströmung gelangten Früchte mit keimfähigen Samen von Afrika nach Mittel- und Südamerika und verbreiteten sich auf diesem Wege auch nach Europa. Den vom texanischen Wildkürbis abstammenden Gartenkürbis gab es zur Zeit der Entdeckung Amerikas bereits in züchterisch bearbeiteter Form. Durch Seefahrer kamen die ersten Gartenkürbissamen nach Europa, welche die bis dahin in Europa kultivierten Flaschenkürbisse verdrängten.

Der Steirische Ölkürbis

Die Geschichte des steirischen Kürbiskernöls geht auf Mitte des 18. Jahrhunderts zurück, als das Öl noch mühevoll aus den dickschaligen Samen hergestellt wurde. Die erste dokumentierte Erwähnung von „Kirbis Öell“ stammt aus dem Jahr 1739. Aufgrund der mühevollen Herstellung und der Seltenheit ist das Kernöl in der Zeit Maria Theresias sogar nur für medizinische Zwecke und als Wagenschmiere für das Militär verwendet worden. Dank einer natürlichen Mutation, die gegen Ende des 19. Jahrhunderts, also vor ca. 150 Jahren, in der Steiermark stattgefunden hat, haben die Kerne der Kürbisse plötzlich ihre feste Schale verloren – die bis heute verwendete nacktschalige Varietät ist entstanden. Die Gewinnung des Kürbiskernöls ist somit um einiges einfacher geworden, da das Schälen der Kerne entfällt. Auch der Presskuchen (Rückstand beim Kernölpressen) kann durch diese Mutation leichter verfüttert werden.

Der Anbau der neuartigen Kürbisse hat sich zwischen 1870 und 1880 in der Steiermark stark verbreitet. Noch bis in die 1970er Jahre war das Kürbiskernöl innerhalb Österreichs jedoch nur in der Südsteiermark bekannt. Die langsame Verbreitung des Kernöls in andere Regionen und Länder hat erst in den 1980er Jahren begonnen. Um Nachahmung zu vermeiden, hat die EU-Kommission im Jahr 1996 die geschützte geografische Angabe (g.g.A.) „Steirisches Kürbiskernöl“ bewilligt. Um das Kürbiskernöl mit diesem Titel bezeichnen zu dürfen, müssen bestimmte Kriterien eingehalten werden. Darunter fällt zum Beispiel der Anbau der Kürbisgattung „Cucurbita pepo var. styriaca“ in einem geografisch definierten Gebiet Österreichs und die Pressung nach traditionellem Herstellungsverfahren in ausgewählten Ölmühlen.

Vom Kürbiskern zum grünen Gold - Pressung

Voraussetzung für ein hochwertiges Kürbiskernöl sind hochwertige Kürbiskerne. Die Ernte findet im September bis Oktober statt, wenn der steirische Ölkürbis seine Farbe von grün auf gelborange wechselt. Dafür werden die Kürbisse in Reihen geschoben und maschinell geerntet. In der südlichen Steiermark wird bis heute der Ausdruck „Kürbis patzeln“ für die Kürbisernte verwendet, da man die Kürbiskerne früher mit mühsamer Handarbeit aus den Kürbissen rausputzen musste. Nach der Ernte geht es mit den Kernen in die Wasch- und Trocknungsanlage, da die Kerne zu diesem Zeitpunkt noch eine Feuchtigkeit von 50 – 60% aufweisen. Für die Pressung müssen die Kerne auf eine Restfeuchte von 5 – 8% getrocknet werden. Für einen Liter Kürbiskernöl werden in etwa 2,5 – 3 kg Kürbiskerne benötigt.

Um einen intensiven und vollen Geschmack zu erzielen, werden unsere Kürbiskerne vor der Pressung in der Aibler Ölpresse nochmals in der Rührpfanne bei mäßiger Wärme nachgetrocknet. Danach geht’s weiter zum Mahlen, wodurch die sehr ölhaltigen Kerne zu einem dicken Brei verarbeitet werden.

Dieser Brei wird anschließend mit Wasser und Salz verknetet, um die trockenen Kerne zu verflüssigen. Anschließend kommt die Masse in die Röstpfanne, in welcher das hinzugefügte Wasser durch ständiges Rühren verdampft und nur mehr eine ölige Masse übrig bleibt. Trocknungsgrad und Röstung haben einen großen Einfluss auf Geschmack und Farbe und somit auf das Endprodukt. 

Erfahrene Ölmüller erkennen, wann die Masse perfekt geröstet ist und wann die Pressung erfolgen kann. Da die Temperatur beim Röstvorgang nie über 115°C ansteigt, zählt das Kürbiskernöl zu den kaltgepressten Ölen. Unter hohem Druck wird das Öl schlussendlich ausgepresst. Der übrig gebliebene Kürbiskuchen wird häufig als Tierfutter verwendet, wegen seines hervorragenden Geschmacks kann er jedoch auch in der Küche zum Einsatz kommen.

Nach der Pressung wird das frische Kürbiskernöl in spezielle Behälter abgefüllt und für einige Tage stehen gelassen, damit sich der „Ölsud“, also die restlich enthaltenen Schwebe- und Schlackenstoffe, am Boden absetzen können. Erst danach füllen wir unser genussfertiges Kürbiskernöl in Flaschen ab und können es unseren Kunden überbringen.

Tipp: Falls beim Verzehr von Kürbiskernöl einmal ein Fleck auf der Kleidung landen sollte, kann diese einfach nach dem Waschen in die Sonne gehängt werden – so verschwindet der Fleck von ganz allein!